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Montag, 15. Dezember 2008

Leichenverbrennungen am Ganges in Varanasi

Mittlerweile ist es schon wieder eine Woche her, dass ich in Varanasi am sogenannten "burning ghat" gestanden bin. Der Platz an dem täglich 24 Stunden lang Leichen verbrannt werden und deren Asche in den Ganges geworfen wird.

Der Moment an dem ich plötzlich fast mitten in diesem Szenario stand war für mich sehr bewegend und es ist schwierig so etwas aussergewöhnliches in Worte zu fassen.

Ich kann nur meine eigenen Eindrücke schildern und das, was mir erzählt wurde:

In Varanasi werden am Burning Ghat tagtäglich, 24h lang Leichen verbrannt. Nicht nur Menschen aus Varanasi sondern auch viele andere, deren Leichen extra nach Varanasi gebracht werden um im heiligen Fluss (Ganges) ihre Ruhe zu finden.

Wir drei Mädels sind von einem Einheimischen zum Burning Ghat gelotst worden. Plötzlich stand ich zwischen Meter hohem geschlichtetem Holz, rund um uns Rauch und geschäftiges Treiben. Waagen, mit denen das Holz abgewogen wurde. Je nach Kilogramm der Leiche braucht man soundso viele Kilo Holz...
Von einem Tempel aus konnten wir dann einen Blick auf die Scheiterhaufen werfen, auf denen die Leichen verbrannt werden. Sicher um die zwölf Feuer, manche von ihnen fast schon abgebrannt andere gerade aufgebaut (eine Leiche braucht ca. 3h bis sie vollkommen verbrannt ist).
Überall standen Trauernde um die Feuer herum, um sich von dem/der Angehörigen zu verabschieden. Dazwischen liefen Männer die Holz trugen, Tiere, spielende Kinder...
Es war so ein geschäftiges Treiben und hat so unwirklich auf mich gewirkt.
Die Leichen wurden auf Bahren mit goldenen Tüchern und Blumen bedeckt herbeigetragen, in den heiligen Ganges getaucht und auf die Scheiterhaufen gelegt.

Ich war einfach so überfordert, dass alles hautnah zu erleben.
Vor allem wenn man die weißbandagierten Körperformen verbrennen sieht...so nahe dabei...
als wir ein zweites Mal am Burning Ghat waren, hab ich die Hitze gespürt (wir standen näher) und den Rauch...

Beim Zurückgehen zum Bahnhof wäre ich in den engen Gassen fast zweimal mit einem Leichenzug zusammengestoßen...da geht man einfach und plötzlich streifst du beinahe an der Bahre die aus dem Nichts zu kommen scheint und von ein paar Indern getragen wird.
Ich hab in Varanasi einen ganz andern Umgang mit dem Tod gelernt. Viel selbstverständlicher und in die Gesellschaft integriert.
Aber ich glaube so ganz ist es mir nicht bewusst, was ich gesehen habe.

Noch ein paar Details für Interessierte:
  • es gibt einen zweiten Burning Ghat, ein elektrischer. Dieser wurde zur Entlastung des einen mit Holzfeuer und zur Umweltschonung gebaut... Leider wird dieser wenig genutzt, diese Weise der Verbrennung entspricht nicht der Tradition wurde uns erklärt.
  • es gibt fünf "Arten" von Menschen die nicht verbrannt werden, sondern mit einem Ruderboot in die Gangesmitte gerudert und mit einem Stein versenkt werden:
  1. Holy men
  2. Schwangere
  3. Kinder
  4. von der Kobra gebissene
  5. Lepra kranke
  • diese im Ganges versenkten Leichen tragen auch zur Verschmutzung bei und es ist ein komisches Gefühl, wenn man die Menschen durch den Fluss schwimmen sieht, wo man weiß, was auf dem Grund zu finden ist...
Ich habe das Gefühl das alles nur lückenhaft und pietätslos beschrieben zu haben, aber ich wollte euch gerne einen Eindruck verschaffen, da die Menschen in Varanasi auch diesen offenen Umgang mit dem Tod haben.

(übrigens das Fotografieren am Burning Ghat ist seit einigen Jahren verboten)

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Sunrise-Boattour am Ganges (nur halt ohne Sonne)

Am Sonntag um sechs in der früh erhoben wir uns frohen Mutes aus unseren weichen Betten um durch die sauberen Gassen zum Ganges hinunterzuschreiten (>die Adjektive entsprechen weniger der Wahrheit).

2h wurden ich, Franzi und Valentine von einem der vielen Bootsbesitzer mit einem Ruderboot (das eher einen instabilen Eindruck machte) am Gangesufer entlang gerudert.

Blick auf einen der vielen GHATS (sozusagen die Anlegestellen).

fast idylische Ruhe...da konnte man fast vergessen, dass nur ein paar Meter unter den Booten die Leichen am Grund des Ganges ihren Frieden gefunden haben...>>>in Varanasi werden tagtäglich hunderte Tote am Burning Ghat verbrannt und ihre Asche in den heiligen Ganges gestreut; aus bestimmten Gründen werden manche Leichen aber ohne Verbrennen in den Ganges geworfen...also meine Angst, vor unerwünschten Kollisionen war nicht unbegründet...
(>aber dazu mehr in einem eigenen Post)

Die Verschmutzung des Gangeswassers ist enorm. Trotzdem könnem manche Fische und der "Blind Dolphin" irgendwie überleben...

Die schwimmenden Kerzen wurden am Ufer verkauft.

Zeremonie von den "holy men"...vom Fluss aus beobachtet...

Wäsche waschen am/im Ganges. Ich hab mich davor gehütet das Wasser zu berühren.

Tourists everywhere in the "beautiful" sunrise!

Noch etwas müde...

Flowerkerzen

Und es gibt wirklich Männer, die tagtäglich die ganze Breite des Ganges (Ganga in Ortssprache) hin- und zurückschwimmen. Für Ausländer gesundheitlich schon einmal unvorstellbar...

Montag, 10. November 2008

"Liebling, was macht eine blonde Fremde auf unserm pivaten Hochzeitsvideo?"

Was man eben so macht auf einer Hochzeit, wo man nicht einmal das Brautpaar namentlich kennt, sondern nur weiß, dass die Hochzeit von den Eltern "arranged" ist:
Watching the weddingceremony and the wonderful clothes (most of them SARIS)
Eating all kind of snacks the servants served me, hardly all the time
Dancing (followed by the cameraman)
Drinking some drinks, most of them i didn't know
Indian-smalltalk
Not knowing anything about the bride or the bride-groom
Glittering and Glamouring everywhere

...begeisterte Gestik zur Tanzfläche, wo ich kurz darauf dann auch hüftekreisend+händeverdrehend gelandet bin

...alles unter freiem Himmel, quasi Gardenparty, a bissal frisch wars schon!

...indisch-hinduistische Hochzeiten dauern so ca. eine Woche, jeden Tag eine andere Zeremonie
...feel a little bit like a princess

Aanchel (der weibliche Teil meines Mitbewohnerpaares) mit den wunderschönen Henna-tattoos auf den Händen (fast alle Frauen lassen sich für Hochzeiten die Hände bemalen)
...das Brautpaar (ich frag mich wie glücklich SIE wirklich über die von den Eltern ausgemachte Heirat war?!), über und über mit Goldschmuck und Blumen behängt.

...ROT ist die Farbe der Verheirateten, deshalb trägt die Braut auch so viele rote Bangles (Armreifen)

Samstag, 18. Oktober 2008

"Ein bisschen Frieden..."

Ich hab aber leider nicht den Palast besucht, sondern das Norbulingka Institut in der Nähe von Daramsala & McLeod Ganj. Dort wird die tibetische Kultur & Tradition erhalten und weitergegeben. Trotzdem...
  • wunderschöner garten und traumhafte Gebäude
  • angenehme Menschen
  • gute Luft + ein bisschen Ruhe
buddhistischer Tempel (voi freundlich die Tibeter, fotografieren war erlaubt und GRATIS...die mag ich!)
Oma, diese Wandbemalungen hätten dir gefallen! *g*
weiche Sitzkissen zum Beten und Meditieren
Merkt man eigentlich, dass ich ein Faible für Gebetsfahnen habe?

traumhafter Garten (Norbulingka)
li: das sollte eigentlich als Weg durchgehen, mir kam eher der Gedanke "Bergschuhe vergessen"...aber die Motorräder und Esel hat es nicht gestört...
re: Dachterrassen in McLeod Ganj
@Norbulingka, re: Verkauf von Tibetian handicraft
"Ein bisschen Frieden, - ein bisschen Träumen, und dass die Menschen nicht so oft weinen. Ein bisschen Frieden, - ein bisschen Liebe, dass ich die Hoffnung nie mehr verlier." *sing*
(dieses Lied viel mir als erster ein zu unserem McLeod Ganj Trip)